Missbrauch, Sucht oder harmloser Genuss?

Schüler informieren Mitschüler und Eltern über Suchtentstehung und Suchtvorbeugung

"Wann ist man denn süchtig?" ,
"Woran merke ich, dass mein Kind suchtgefährdet ist?"

Diese und ähnliche Fragen stellten Eltern am Elterninformationsabend des Peter-Wust-Gymnasiums am 25. Mai 2008. Frau Engler, Fachkraft für Suchtvorbeugung der Suchtberatungsstelle des Caritasverbands und die Beratungslehrer für Suchtvorbeugung des Peter-Wust-Gymnasiums (Mark Greweldinger und Albert Schlimpen) hatten die Eltern der Schüler und Schülerinnen der 8. und 9. Klassen eingeladen sich zum Thema Suchtentstehung und Suchtvorbeugung zu informieren und sich über ihre Erfahrungen auszutauschen.

Frau Engler nutzte die Kenntnisse der Eltern über Süchte und Suchtmittel um einen Überblick über die Vielfältigkeit der Suchtformen zu erstellen und ordnete die Süchte nach den Gesichtspunkten stoffgebunden - nicht stoffgebunden und die Suchtmittel nach legal - illegal . Überraschend für die Teilnehmer waren die statistischen Daten zur Häufigkeit der verschiedenen Süchte in der Bevölkerung, die zeigten, dass die Essstörungen mit ca.5 Mio Betroffenen die höchste Zahl aufweist, noch vor den und Nikotinsüchtigen (ca. 4,3 Mio.) und den Alkoholsüchtigen (ca.1,6 Mio.)

Bei der anschließenden Erläuterung des "Tankmodells" der Suchtentstehung wurde Frau Engler von der Schülerin Franziska Schmutz aus der Klasse 8a des PWG unterstützt.

Fanziska ist eine der 24 Schülerinnen und Schüler des Peter-Wust-Gymnasiums die im laufenden Schuljahr in einem dreitägigen Kurs zu Suchtvorbeugungsmultiplikatoren und -multiplikatorinnen ausgebildet wurden.

Ihre Aufgabe ist es, in ihren Klassen Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen für ihre Mitschüler und Mitschülerinnen zu sein, wenn es um suchtgefährdendes Verhalten oder Fragen rund um das Thema Sucht geht.

In diesem Zusammenhang haben sie im Februar in allen 8. und 9. Klassen mit Unterstützung ihrer Beratungslehrer für Suchtvorbeugung Projekttage durchgeführt. Hier wurde, ähnlich wie am Elternabend, über suchtgefährdendes Verhalten und Ursachen der Suchtentstehung informiert , das Verhalten der Schülerinnen und Schüler reflektiert, und Vorbeugemaßnahmen und Hilfsmöglichkeiten besprochen.

Das Tankmodell erläutert, dass jeder Mensch einen "seelischen Tank" hat, der mit Bedürfnissen und Sehnsüchten gefüllt werden muss. Diese Füllung geschieht über "Tankstellen" wie Freunde, Familie, Hobbys. Wenn diese "Tankstellen" nicht zur Verfügung stehen oder vernachlässigt werden und der Tank mit Ersatzhandlungen oder Drogen vermeintlich gefüllt wird, kann das über Missbrauch und Gewöhnung zu einer Sucht führen.

Anschließend an den Informationsteil nutzten die Eltern die Gelegenheit Fragen zu stellen und sich über ihre Erfahrungen mit dem Verhalten ihrer Kinder auszutauschen. Schnell wurde deutlich, dass es keine Patentrezepte zur Vermeidung von Süchten gibt, dass es aber wichtig ist sich für das Leben und die Interessen der Kinder und Jugendlichen zu interessieren und mit ihnen zusammen kritische Verhaltensweisen zu besprechen und eventuell Regeln zu vereinbaren. Für Hilfesuchende haben sich für den schulischen Bereich die Beratungslehrer als Gesprächspartner angeboten und Frau Engler wies auf die kostenlosen Informations- und Suchtberatungsangebote des Caritasverbandes hin, die auch anonym und telefonisch in Anspruch genommen werden können.

A.Schlimpen,
Beratungslehrer für Suchtvorbeugung

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