Neben diesen inhaltlichen Gründen fanden die Schüler/innen einen ganz anderen Grund für die Bevorzugung des Namens; er ergab ein phonetisch so griffiges Kürzel für ihre Schule, einfach das PWG (gesprochen PeWeGe), sie selber nannten sich die Pewegesen. 1978 stimmte Mainz dem Antrag zu. Auf den Schluß- und Abgangszeugnissen des Schuljahres 1978/79 stand zum ersten Mal der neue Name. 1980 machten die letzten Schüler/innen, die noch mit der Aufnahmeprüfung nach der 8. Hauptschulklasse ins Aufbaugymnasium gekommen waren, ihr Abitur. Die Schule, bis dahin noch in der Trägerschaft des Landes Rheinland-Pfalz, kam nun in die Trägerschaft des Landkreises Bernkastel-Wittlich. Der Kreis übernahm nach langem Hin und Her schließlich auch das Internat. Das hatte für die Schule den großen Vortei, dass Räume, die wegen abnehmender Schülerinnenzahl im Internat leer wurden, von der Schule genutzt werden konnten. Aber, was abzusehen gewesen war, nach einigen Jahren - 1986 - musste das Internat seine Tore schließen. Der Schülerinnenzahl tat das erstaunlicherweise keinen Abbruch. Das Gebäude steht seitdem etwa zur Hälfte der Schule, zur anderen Hälfte dem Wohnheim ÜAZ zur Verfügung.

Die Ausdehnung ins Internatsgebäude ermöglichte endlich auch eine zahlenmäßige Aufstockung der Unterstufenklassen 5 und 6. Waren von 1977 an nur je zwei Klassen aufgenommen worden, so können ab 1991 drei bis vier 5. Klassen gebildet werden. Im Zahlenbild sieht die Entwicklung so aus:

Jahr Schülerinnen Schüler Klassen/Kurse Lehrer/innen
1948 123 - 4 8
1957/58 209 - 6 ?
1968/69 347 38 14 19
1985/86 373 272 24 40
1997/98 467 306 30 52

Parallel zu dieser zahlenmäßigen Entwicklung der Schule gingen natürlich auch nicht in Zahlen und Daten messbare Entwicklungen. Alle notwendigen und aufgenötigten Änderungen verlangten ein pädagogoisches Konzept; alle Lehr- und Lernanstrengungen bedurften der Anerkennung. So wurden (und werden) z.B. "sehr gute" Leistungen am Ende eines Schuljahres mit einem Buchpreis bedacht; so setzten (und setzen) sich jedes Jahr viele Schüler/innen, von Kolleginnen/Kollegen angespornt und gefördert, in Wettbewerben ein und brachten (und bringen) jährlich viele erste, zweite und dritte Preise mit in die Schule; so haben Schulchor und Schulorchester in vielen großen Konzerten gesungen und gespielt, als Beispiel sei nur der "Messias" von G.F. Händel genannt; so spielte (und spielt) die schuleigene Big Band nicht nur bei schulischen Anlässen, sondern auch bei außerschulischen Ereignissen wie z.B. bei der Preisverleihung von "Jugend forscht" 1998 in Bitburg; so haben zahlreiche Theaterspiele immer wieder begeistert (und tun es heute noch), z.B. W. Shakespeare "Ein Sommernachtstraum", F.Dürrenmatts "Ein Engel kommt nach Babylon", Max Frisch "Don Juan oder die Liebe zur Geometrie". Schulfeste schlossen Schüler und Schülerinnen, Kollegen und Kolleginnen, Eltern und Freunde der Schule zusammen, von Sommerfesten bis zu Lesenächten, um nur zwei Eckpunkte zu nennen. Alle genannten und die vielen ungenannten Aktivitäten und Bemühungen tragen dazu bei, Schule zu einem Raum zu gestalten, in dem sich mitmenschlich leben lässt. Auch die Gründung des "Vereins der Eltern und Freunde des PWG" 1981 ist unter diesem Gesichtspunkt zu sehen.

Viele der gerade genannten festlichen Ereignisse bekamen ihre besondere Unterstützung durch das Internat. Es half z.B. bei der dekorativen Ausgestaltung der Schule bei Sommerfesten und Weihnachtsbasaren, es kochte am Fetten Donnerstag Erbsensuppe für die Jecken und bot Schülern und Kollegen, die Nachmittagsunterricht hatten oder sich in einer Notsituation befanden, ein warmes Essen an. Das alles gibt es nicht mehr, dafür aber anderes und neues. Heute sorgt die Frau des Hausmeisters für ein warmes Mittagessen; Küche und Speiseraum befinden sich im umgestalteten Eingangsbereich der ehemaligen Hausmeisterwohnung neben dem Verwaltungstrakt der Schule. Auch die anderen Räume der alten Hausmeisterwohnung sind vor drei Jahren der Verwaltung zugeteilt worden. Die frühere Internatskapelle beherbergt inzwischen die Leihbibliothek der Schule, und der Bibliotheksraum ist im vorigen Jahr zu einem neuen Computerraum mit 15 Arbeitsplätzen optimal eingerichtet worden. Auf dem Schulhof wird ein Kiosk aufgebaut, so dass für die Schüler/innen in der großen Pause kein Gund besteht, im Gebäude zu bleiben

Vor zwanzig Jahren schloss der Kollege Dr. Olaf Müller seinen Vortrag zum 30jährigen Bestehen der Schule mit den Worten: "Mögen dieser Schule noch viele Jahre erfolgreicher Arbeit beschieden sein." Sie waren, so meine ich, nicht in den Wind gesprochen. Mögen sie auch noch nach 50 Jahren für das Peter-Wust-Gymnasium ihre Wunschkraft behalten.

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